Fast Fashion im Fokus: Bundesregierung verschärft Regeln für Textilhersteller

27.03.2026


Die Bundesregierung will Bekleidungshersteller stärker an den Kosten für Sammlung und Entsorgung von Altkleidern beteiligen und damit den Boom von kurzlebiger Billigmode eindämmen. Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Eckpunkte für ein neues Textilgesetz vorgelegt, das die erweiterte Herstellerverantwortung auf Bekleidung, Bekleidungszubehör, Heimtextilien und Schuhe ausdehnt. Ziel ist es, die Entsorgungsstrukturen für Alttextilien finanziell zu stabilisieren und zugleich die Umweltauswirkungen der Fast-Fashion-Industrie zu verringern. Ein konkreter Gesetzentwurf soll zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Künftig sollen alle Unternehmen, die Kleidung erstmals auf dem deutschen Markt anbieten – darunter auch Importeure –, als Hersteller gelten. Sie müssten sich nach den Plänen Schneiders einer Organisation für Herstellerverantwortung anschließen. Diese Organisationen sollen bundesweit die Sammlung und Verwertung von Alttextilien organisieren und sich über Beiträge der angeschlossenen Hersteller finanzieren. Vorgesehen ist eine verpflichtende Sammelquote von 70 Prozent, bemessen an der Menge der Textilien, die die jeweiligen Hersteller im Vorjahr in Verkehr gebracht haben.

Das System soll Anreize für langlebigere und besser recycelbare Produkte setzen: Umweltfreundlichkeit und Qualität der Waren sollen bei der Berechnung der Herstellerbeiträge berücksichtigt werden. Je hochwertiger, reparierbarer und besser recycelbar ein Produkt ist, desto niedriger soll der Finanzbeitrag ausfallen. Ins Visier nimmt Schneider insbesondere Fast-Fashion-Ware, die nach kurzer Nutzungsdauer in Altkleidercontainern landet, nur begrenzt als Secondhand weiterverwendet werden kann und häufig kaum recycelbar ist. Nach seinen Worten soll insbesondere für massenhafte Wegwerfmode, einschließlich günstiger Importe etwa aus China, stärker zur Kasse gebeten werden.

Umweltverbände begrüßen zwar grundsätzlich den Ansatz, kritisieren die geplanten Regelungen jedoch als nicht weitreichend genug. Die Deutsche Umwelthilfe bemängelt unter anderem, dass klare gesetzliche Mindestkriterien für Umweltfreundlichkeit bislang fehlten und die Lenkungswirkung damit begrenzt bleiben könnte. Auch insgesamt sehen Kritiker in den vorgelegten Eckpunkten eher einen ersten Schritt als einen grundlegenden Kurswechsel in der Branche. Mit dem Gesetz setzt Deutschland zugleich Vorgaben der Europäischen Union zur erweiterten Herstellerverantwortung im Textilsektor um.


Mehr Sicherheit am Arbeitsplatz, offene Flanken bei globalen Schocks

Die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland sinkt weiter, doch das Sicherheitsgefühl vieler Beschäftigter in Krisenszenarien bleibt verhalten. Nach vorläufigen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es 2025 rund 730.598 meldepflichtige Arbeitsunfälle – etwa 24.000...

Read more


SPD-Spitze unter Druck: Jugendverband verlangt Neuaufstellung und klare Strategie

Nach dem desaströsen Abschneiden der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wächst der innerparteiliche Druck auf die Parteispitze deutlich. Juso-Bundeschef Philipp Türmer fordert offen eine Neuaufstellung der Führung und stellt damit die künftige Rolle der Vorsitzenden Lars Klingbeil...

Read more


VW erwägt Einstieg in Luftverteidigung – Gespräche mit Rafael über Iron-Dome-Teile

Volkswagen sondiert nach Medienberichten eine weitreichende Neuausrichtung seines Werks im niedersächsischen Osnabrück. Laut einem Bericht der Financial Times, auf den sich mehrere Medien berufen, führt der Konzern Gespräche mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense...

Read more


Wankelmütige US-Iran-Politik bremst Risikofreude an den Börsen

Die anhaltende Unsicherheit rund um den Iran-Krieg hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag in eine Wartestellung gezwungen. Nach einem zunächst freundlichen Start mit leichten Zugewinnen von 0,14 Prozent auf 22.684 Punkte drehte der Dax im Tagesverlauf ins Minus und schloss 0,07 Prozent...

Read more


Dorfner soll Trendwende liefern: Jenoptik setzt auf Margenplus und Halbleiterbelebung

Der Technologiekonzern Jenoptik blickt nach einem rückläufigen Geschäftsjahr wieder optimistischer nach vorn und stellt seinen Aktionären neben einer höheren Dividende eine Rückkehr auf den Wachstumspfad in Aussicht. Das erst vor kurzem in den MDax aufgestiegene Unternehmen aus Jena erwartet...

Read more